S1 WIENER AUSSENRING SCHNELLSTRASSE Wien


Bauherr: ASFINAG Autobahnen und Schnellstraßen AG, Wien
Standort: Abschnitt Vösendorf-Schwechat
Wettbewerb: 1996, 1. Preis
Planungsbeginn: 1996
Baubeginn: 10/2001
Fertigstellung: 04/2006
Streckenlänge: 16,2 km Schnellstraße
Tunnel: 2 Lärmschutztunnel, 2 Kurztunnel
Brücken: 6 Grünbrücken, 9 Straßenbrücken, 5 Güterwegsbrücken, 1 Eisenbahnbrücke
Gesamtkosten: 430 Mio Euro

Charakteristisch für die S1 ist eine tief gelegte, von Böschungen begleitete Fahrbahn, die oft in kürzeren oder längeren Tunneln oder unter Grünbrücken verschwindet und von zahlreichen Brücken gequert wird. Der Autofahrer erlebt daher eine relativ unruhige Sequenz von rasch aufeinander folgenden hellen und dunklen Strecken. Zwei der drei Interventionen der Architekten setzen hier an. In Dreiecke segmentierte Regelflächen aus Betonelementen vermitteln zwischen den Böschungen und den Tunnelportalen, indem die Neigung bruchlos von der Schräge in die Vertikale geführt wird. So entstehen trichterartige Verengungen und Ausweitungen, die den Straßenraum gleichsam atmen lassen. Im Eingangsbereich der Tunnel zeichnet dann durch Oberlichter einfallendes Tageslicht den Übergang von hell zu dunkel weich. Die Übergänge erfolgen in beiden Fällen der Wahrnehmung bei hoher Geschwindigkeit entsprechend progressiv, außen durch eine geometrische Steigerung, innen durch eine abnehmende Transluzenz der Gläser, während die Größe der Oberlichter aus ökonomischen Gründen konstant bleibt. Als dritte Maßnahme reagieren beleuchtete Brüstungen durch Farbveränderungen auf den Fluss des Verkehrs, den sie als „kinetische Felder“ dezent begleiten. Alle drei Interventionen haben direkt mit der Wahrnehmung des Autofahrers zu tun, für die sie die Eigenheiten der Schnellstraße sinnfällig werden lassen. Sie sind geeignet, der S1 eine unverwechselbare Identität zu verleihen.

Fotonachweis: Paul Ott, Graz