NEUBAU LANDESKRANKENHAUS Bruck/Mur


Bauherr: Steiermärkische Krankenanstalten GmbH, Graz
Standort: Tragösser Sraße 1, A-8600 Bruck/Mur
Wettbewerb: 02/1997, 1. Preis
Planungsbeginn: 01/1988
Baubeginn: 12/1990
Fertigstellung: 12/1993
Bebaute Fläche: 12.000 m²
Nutzfläche: 16.000 m²
Umbauter Raum: 127.000 m³
Gesamtkosten: 77,76 Mio Euro

Etwas außerhalb des städtischen Zentrums von Bruck an der Mur liegt das Landeskrankenhaus auf einem Plateau. Die Architekten passten sich mit dem flächig raumgreifenden Entwurf der Topographie an und schufen eine kleine „Insel im Grünen“. Die Anlage gliedert sich in zwei nach Funktion unterschiedene Abschnitte. Im Bereich der Pflege und Diagnostik können stationär 335 Patienten behandelt werden. Die Trennung zwischen Frauen- und Männerabteilung wurde aufgehoben. Im zweiten Bauteil ist der Bereich der Therapie untergebracht. Dazu zählen die Operationssäle, die Notaufnahme, Ambulanz und Dialysestation. Die Kapazität dieser Abteilungen reicht für 200 weitere Patienten aus. Der sanft ondulierte Pflegetrakt ist nach Süden ausgerichtet und bietet den Patienten einen Blick in die Natur. Fensterbänder, die durch blaue Farbfelder unterbrochen werden, gewährleisten ausreichende Belichtung und Besonnung der Krankenzimmer. Die Ausstattung der Krankenzimmer, schafft durch die auffallend großen Fenster und die mit Birnenholz verkleideten Wände eine angenehm warme Atmosphäre. Die Verbindungsgänge mit Holzverschalung, die stimmungsvolle Beleuchtung, die Glasbrüstungen und die zeitgenössische Kunst unterstützen, ebenso wie der Speisesaal im Ergeschoss die Idee der Architekten, ein „Hotelkrankenhaus“ zu entwerfen. Nicht ganz so wohnlich, sondern spürbar unter dem Aspekt der Funktionalität konzipiert, ist der nach Norden orientierte Bautrakt, dem drei Zubringerarme vorangestellt sind. Die Aufgabenstellung, die es hier zu erfüllen galt, wird durch die technisch wirkende Fassadengestaltung – feingeschliffene Betonplatten – nach außen getragen. Aber auch in diesem Bereich bleibt die Landschaft im Innenraum präsent. Beide Bereiche sind durch eine zentrale Halle miteinander verbunden. Das Bild einer “kleinen Stadt“ schwebte den Architekten vor. Überträgt man die Metapher auf die Halle, dann befindet sich hier das Stadtzentrum mit Marktplatz, Café, Bank und Kapelle. Information und Kommunikation haben hier ihren Platz. Die Gänge werden zu Freiflächen, bieten der „Kunst am Bau“ eine sinnvolle Umgebung und machen gerade das Besondere dieser „Insel des Heilens“ aus.

Fotonachweis: Helmut Tezak, Graz