GIRONCOLI MUSEUM St. Johann/Herberstein


Bauherr: Tier- und Naturpark Schloß Herberstein, St. Johann/Herberstein
Standort: Buchberg 2, A-8222 St. Johann/Herberstein
Planungsbeginn: 10/2003
Baubeginn: 02/2004
Fertigstellung: 09/2004
Ausstellungsfläche Tennengebäude: 1.003 m²
Ausstellungsfläche Neubau: 880 m²
Ausstellungsterrassen: 954 m²
Umbauter Raum: 12.199 m³
Gesamtkosten: 3 Mio Euro

In der folgenden Konzeptionsphase wurde das rund 350 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Tennengebäude näher ins Auge gefasst. Nach Sichtung der 30 Modelle von Bruno Gironcoli war klar, dass das vorhandene Tennengebäude mit seinen ca. 1000 Quadratmetern Nutzfläche zu klein ist um die Vielfalt der durchwegs großformatigen Arbeiten auszustellen, ein Zubau war erforderlich. Dieser Zubau mit seiner zeitgemäßen Glas-Stahl-Kunststoffkonstruktion ist in seiner Formensprache bewusst klar und zurückhaltend gewählt, um den Skulpturen genügend Freiraum zu gewähren. Er ist mit adäquaten, musealen Voraussetzungen, wie gleichmäßigem Lichteinfall, Klimatisierung sowie hohem technischen Standard ausgestattet. So wurde mit der ersten Baustufe, der originalgetreuen Revitalisierung des denkmalgeschützten Tennengebäudes, mit Entfernung späterer Einbauten sowie substanzerhaltenden Maßnahmen, wie Fundamentunterfangung, Trockenlegung, begonnen. Im sanierten Dachstuhlbereich wurde ein Galeriegeschoss eingezogen. Die natürliche Belichtung und Belüftung erfolgt über Dachgauben mittels öffenbarer Glaslamellen. Die historischen Ziegelgitter wurden erhalten und raumseitig verglast.
Im neuen nordostseitigen, parallel zum Bestand angefügten Querbau mit einer Gesamtfläche von 880 Quadratmetern, befindet sich die teilweise in den Hang eingegrabene, 520 Quadratmeter große neue Ausstellungshalle. Im 360 Quadratmeter großen, tiefer gelegenen Untergeschoss befindet sich der Haupteingang mit vorgelagertem Café- und Shopbereich, den Sanitäreinrichtungen, den Haustechnikräumen und der Verwaltung. Ein Medienraum im Untergeschoss, stellt das Verbindungselement zwischen Alt und Neu her. Eine freitragende Stahltreppe, verbindet das Eingangsgeschoss mit der Ausstellungsebene. Die rund 1000 Quadratmeter angrenzenden Freiflächen an der historischen Wehrmauer werden als Skulpturenterrasse für Originalabgüsse verwendet. Für die neue Ausstellungshalle wurde eine transluzente Kunststoff-Einhausung mit UV-reflektierender Beschichtung verwendet, um eine sommerliche Überhitzung zu vermeiden.

Fotonachweis: Paul Ott, Graz