Musiktheater Linz
Die Oper am Volksgarten


Bauherr: Musiktheater Linz GmbH, Linz
Entwurf: Terry Pawson Architects Ltd., London
Leistungsanteil Architektur Consult ZT:
Ausführungsplanung, Interior Design, Akustikplanung
Standort: Blumauerstraße 3, 4020 Linz
Baubeginn: 08/2009
Fertigstellung und Eröffnung: 04/2013
Bruttogeschossfläche: 52.800 m²
Bruttorauminhalt: 301.000 m³
Errichtungskosten: 115 Mio Euro

Das Land Oberösterreich erhält im Frühjahr 2013 ein neu erbautes Musiktheater, das nicht nur als Spielstätte wesentliche Bedeutung für das Kulturleben in Oberösterreich haben, sondern durch seine Architektur und Platzierung eine neue städtebauliche Qualität für Linz erzeugen wird.
Der Bau basiert auf dem Entwurf des britischen Architekten Terry Pawson, der 2006 den Wettbewerb gewann. 2009 wurden ArchitekturConsult ZT GMBH und das Linzer Büro Archinauten mit der Ausführungs- und Detailplanung für Innen- und Freiraum, Licht und Akustik und das Interior Design betraut.

Die Eingangsfront ist die Schauseite des Musiktheaters, liegt direkt am Volksgarten und ist vom Linzer Stadtzentrum kommend gut sichtbar. Sie ist als Loggia ausgebildet und über drei Geschoße verglast. Vom Hauptfoyer wie auch von dem im Dachgeschoß liegenden öffentlichen Restaurant aus ist der Ausblick in den Park gegeben.
In der enormen Größe des neuen Linzer Opernhauses, das sich über zwei Häuserblocks erstreckt, liegt auch seine Effizienz; nebst dem Bühnen- und Zuschauerraum sind sämtliche Produktionswerkstätten, Depots, Proberäume und Nebenbühnen unter einem Dach beziehungsweise hinter einer Fassade vereint, die sich wie eine doppelte Kolonnade aus weißen Betonfertigteilen als metaphorisch umlaufender Vorhang schützend rund ums Haus zieht.

Das großzügig dimensionierte Hauptfoyer liegt im ersten Stock und wird durch die raumhohe Glasfassade visuell bis in den Grünraum des Parks erweitert wird. Der Zuschauerraum selbst ist als ein kompaktes Rangtheater mit saalinternen Verbindungstreppen konzipiert, um von allen 970 Plätzen aus gute Sicht zur Bühne und perfekte Akustik zu gewährleisten. Gedämpftes Akazienholz an Wänden und Decke und helle Eichendielen bilden eine matte Schale, die durch die goldenen Balkons kontrastiert wird, die mit einer glatten Oberfläche aus Flüssigmetall versehen sind. Anders als die klassische Vergoldung schimmert diese diffus und erstrahlt bei künstlichem Licht durch die Reflexion tiefenwirksam.

Gerade an der Detailausführung ist die Handschrift der österreichischen Architekten verstärkt ablesbar, womit man die Gestaltung des Bauwerks als ein produktives Zusammenspiel von internationaler und nationaler Architektenkompetenz bezeichnen kann.