MedUni Campus Mariannengasse

Für all jene Institute der Medizinischen Fakultät, die zur Zeit in der Währingerstraße angesiedelt sind, soll örtlich der Universitätsklinik (AKH) näher ein neuer Komplex errichtet werden. Der Bauplatz befindet sich in der Blockbebauung zwischen Neuem AKH und dem Campus der Uni-Wien am Gelände des Alten AKH, was nicht nur ein städtebaulich spannender Ort ist, sondern auch aus bau- und medizinhistorischer Sicht auf das Bauvorhaben einwirkt.

Alt und Neu bestimmen aber nicht nur das Umfeld, sondern auch den Bauplatz selbst: Der neue Universitätskomplex verschränkt sich in vielfältiger Art und Weise mit den bestehenden Fremdnutzungen im Blockrand, sowie mit dem nutzbaren Baubestand, der teilweise unter Denkmal- und Ensembleschutz steht. Die baulichen Vorgaben und das umfangreiche Raumprogramm werden als Herausforderung angenommen, hier trotz hoher Dichte einen ganz besonderen Ort zu schaffen, der aus seiner Balance zwischen Neu und Alt eine einzigartige Atmosphäre generiert.

Im Erdgeschoß wird eine zentrale Halle als Fortsetzung des Stadtraumes verstanden: Der Höhenunterschied zwischen den beiden Haupterschließungsebenen wird über Rampen, Terrassierungen und Sitzstufen überwunden, woraus sich eine sinnvolle Gliederung der halböffentlichen Zone ergibt. Es werden informelle Bereiche für Gespräche, Arbeit in Kleingruppen oder zufälliges Zusammentreffen, auch in Mensa oder Cafeteria, ausgebildet – ein gedeckter Raum, der jedoch urbane Qualität vermittelt und gleichzeitig die schnellste Wegverbindung zwischen Neuem – und Altem AKH-Gelände herstellt.

Über diesem offenen Grundriss des Erdgeschoßes entsteht ein optimiertes Raumkonzept in den darüber liegenden Geschoßen, die in drei parallel verlaufende Trakte gegliedert und durch eine Querspange verbunden sind. An den Schnittstellen sind weitere Zonen für interdisziplinäres Arbeiten geplant. Das gewährleistet optimale vertikale und horizontale Wege und erleichtert die Orientierung innerhalb des Komplexes. Die enorme Höhenentwicklung von bis zu sieben Geschoßen ist im Straßenraum durch die gestaffelten Volumina nicht erkennbar.

An den Fassaden ist der Auftritt des Gebäudes klar und selbstbewusst, gegenüber der Umgebung wird jedoch Maßstäblichkeit gewahrt. Die Architektur will Werte wie Lebendigkeit und Präzision, Humanität und Innovation kommunizieren, das Gebäude soll – wie es einer wissenschaftlichen Einrichtung gebührt – neugierig machen und zu Forschung und Erforschung einladen.

 

Bildnachweis: DMAA

Kategorie: Bildung
Standort: Spitalgasse - Mariannengasse – Höfergasse - Rummelhardtgasse, 1090 Wien
Jahr: 2018
Status: in Planung
Auftraggeber: BIG – Bundesimmobilienges.mbH., Wien
BGF: 64.819 m²
Leistung: alle Leistungsphasen
Kooperation: Delugan Meissl Associated Architects, Wien